Es ist höchste Zeit…
…wenn die Haare an Farbe und Masse verlieren, dafür der restliche Körper an Farbe und Masse gewinnt,
wächst die Sehnsucht nach längst verlassenen Tagen, zumindest bei etwa 30 Kommilitonen der WiWi-Fraktion anno 1975. Vermutlich ist es die Suche nach einer unbeschwerten Zeit, die uns immer wieder an Merseburg erinnert, zumindest aus der heutigen Sicht. Es war übrigens eine Zeit im 3- oder 4-Mann (Frau)-Zimmer mit Küche auf dem Flur, in der wir auch ohne Team-Building-Seminar überlebt haben. Vielleicht ist es gerade der Verzicht auf Anonymität und Luxus, der das Leben in der Merseburger Wohnheimumgebung zu einem unvergessenen Erlebnis machte. Aus der Sicht eines „Rübergemachten“ ist für mich die Merseburger Zeit eine der wenigen Erlebnisse, die ich sehr gern im „Osten“ gemacht habe.
Damit erscheint es fast zwangsläufig, dass hin und wieder der Wunsch nach einer Alltagsunterbrechung aufkommt. Diesmal haben sich Frau Margit Grünbaum und Frau Elke Schütte zusammengetan und Nägel mit Köpfen gemacht. Die Idee wurde zum Alumni-Treffen 2004 geboren. Schwanger mit diesem Gedanken, mussten wir noch 8 Monate warten, um uns und unser Merseburg wieder zusehen. Allerdings kann man sicherlich nicht von einer Frühgeburt sprechen. Es ist erstaunlich, wie eine Stadt wie Merseburg, die sicherlich nicht mit der Attraktivität von Dresden, Heidelberg oder Köln konkurrieren kann, die Ursache für Herzklopfen wird. Merseburg und seinen Campus kann man nur mit dem Herzen sehen. Aber über Anatomie haben wir zu unserem Treffen nur wenig nachgedacht, allenfalls über die Leber. Die wurde allerdings gleich am ersten Abend in der vertrauten Ölgrube auf die folgenden Ereignisse vorbereitet. Der monatliche Oldie-Abend ist eine praktische Institution, um Freundschaften, zumindest für die Ortsansässigen zu pflegen. Das haben wir dann auch bei „unserer“ Musik bis in die Morgenstunden getan. Die Nacht verbrachten wir im gut „geheizten“ Hotel „Apart“. Der nächste Tag brachte einen besonderen Reiz: Die Gegenüberstellung der alten und der neuen Hochschulwelt, moderiert von Frau Denise Hörnicke. Vielen Dank. So konnten wir einen Eindruck von der heutigen Arbeit der Marketing-Forschung praktisch erleben, während eine interessante Führung durch das Chemie-Museum uns einen Blick in die Vergangenheit ermöglichte. Natürlich stand auch der Samstagabend im Zeichen der Tradition. Objekt der Begierde war der „Wärmi“. Allerdings gehörte das reichhaltige Buffet wohl kaum zur Tradition, zumindest in meiner Erinnerung.
Bleibt nur eine Frage offen: Warum wurden die Worte „Absolventen“, „Alumni“ und „Ehemalige“ erst jetzt erfunden? In den letzten 25 Jahren nach unserem Diplom gab es, zumindest bei mir, ebenfalls die Sehnsucht nach einer Wiederholung der studentischen Vergangenheit. Um so herzlicher möchte ich mein Dankeschön an die Initiatoren des gelungenen Treffens formulieren. – Vielen Dank, Margit und Elke für die willkommenen Stunden in Merseburg. Es waren Stunden weit ab von der täglichen Hektik, eben eine andere Welt.
Ihr Hans-Georg Meyer (VT75-22) |